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  • Die Hitze der Ungleichheit

    Die Hitze der Ungleichheit

    Keine:r kommt um das Thema Klimawandel herum, wenn ein Sommer wie heuer am laufenden Band Hitzerekorde bricht und mensch mit summendem Ventilator mehr dahinvegetiert als lebt.

    Aber trifft die Klimakrise alle Menschen gleich?

    Die Antwort ist klar: Absolut nicht. Besonders betroffen sind die ärmsten Menschen und Länder der Welt – und diese Ungleichheit hat auch eine Geschlechterdimension. Frauen sind weltweit überproportional von Armut und damit auch von den Folgen des Klimawandels betroffen.

    Aber das ist noch nicht alles: Frauen* trifft es sogar doppelt. Sie haben aufgrund diskriminierender Strukturen auch weniger Möglichkeiten, sich an Umweltveränderungen anzupassen. Denn Anpassung hängt von Faktoren wie Wohlstand, Bildung, technologischen Möglichkeiten und dem Zugang zu Informationen ab – Ressourcen, bei denen Frauen durchwegs schlechter aussteigen. [1]

    Diese eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten wiegen besonders schwer, weil Frauen weltweit zentrale Aufgaben für die Versorgung ihrer Gemeinschaften übernehmen. Das zeigt sich besonders in vielen Regionen des Globalen Südens, wo der Klimawandel am härtesten zuschlägt: Frauen leisten dort einen wesentlichen Beitrag zu Landwirtschaft und Ernährungssicherung, besitzen aber deutlich seltener Landrechte, Eigentum und Zugang zu Produktionsmitteln. Gleichzeitig tragen Frauen weltweit den Großteil der un(ter)bezahlten Sorge- und Care-Arbeit und sind in sozialen und politischen Entscheidungsprozessen – einschließlich der globalen Klimapolitik – strukturell unterrepräsentiert. [2]

    Die Klimakrise ist kein geschlechtsneutrales Problem. Sie trifft Frauen aufgrund bestehender Machtverhältnisse besonders hart und verschärft soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten – und genau deshalb sind feministische Perspektiven, feministische Beteiligung und feministische Lösungen eigentlich besonders wichtig. Oder, wie Mary Robinson, ehemalige Präsidentin Irlands und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, es formuliert:

    „Climate Change Is a ‘Man-Made’ Problem and Must Have a Feminist Solution.“

    Auch wenn FRAUEN*Streiken in Österreich stattfindet, ist doch jeder feministische Streik – so sehe ich es – auch immer ein Streik für ALLE Frauen*. Am 03.05.2027 streike ich daher gegen all die himmelschreienden Ungerechtigkeiten, mit denen wir Frauen* auf globaler Ebene leben müssen, die wir – wie jetzt im Klimawandel – auch überleben müssen. Und wofür kämpfst du?

    Text verfasst von: Romi

    Quelle:
    [1] Caglar, Gülay; Castro Varela, Maria do Mar; Schwenken, Helen: Geschlecht – Macht – Klima: Feministische Perspektiven auf Klima, gesellschaftliche Naturverhältnisse und Gerechtigkeit. Opladen, Berlin, Toronto: 2012, S. 80f.
    [2] Ebda. S. 119.