Schlagwort: Frauengesundheit

  • Eine Erzählung: Hexen, am Puls der Zeit

    Eine Erzählung: Hexen, am Puls der Zeit

    Ich würde mich als feministische Frau bezeichnen, die über das patriarchale Erbe und seine Auswirkungen auf unseren Alltag Bescheid weiß. Dafür habe ich mir eine ordentliche Realitätsschelle abgeholt – nicht von einem Mann, sondern von meiner Recherche zum Stand unserer Gesundheit. Aua.

    „Aua“, dachte auch die Mausfrau, die aussortiert wurde, bevor lebenswichtige Medikamente nur an ihren Mausbrüdern erforscht wurden. „Weil, die Mausfrau hat halt einen Hormonzyklus, das ist ein bisserl zu schwierig“. Ich habe Schmerzen von der Schelle und mir dafür eine Tablette geholt. Die Pille liegt vor mir auf dem Tisch, sie starrt mich an, und ich in ihre Packungsbeilage.

    Weil mein Kopf davon nur noch mehr schmerzt, schütte ich mir eine Tablette mit einem Schluck Wasser und meiner Frage nach dem „Warum nur?“ in meinen Rachen. Ich blinzle noch ein paar Mal, dann verschwimmt mein Blick. Die Überdosis kickt, mein Kopf knickt und meine Augen flackern. Von unsichtbarer Hand am Nacken gepackt, werde ich aus meinem Stuhl gehoben und steil in Richtung Himmel gezerrt. Mein Leben rast als rückwärts gespielter Film unter mir vorbei, dann das Leben meiner Mutter, noch schneller. Das Leben meiner Großmutter ist nur noch in einigen Bildern erkennbar, während ich immer höher fliege. Plötzlich fallen Bomben neben mir, unter mir laufen Menschen rückwärts. Bald sehe ich blühende Wiesen, Kutschen, spielende und kranke Kinder in kleinen Betten, die weinen und lachen. Im Sekundentakt wechselt strahlender Sommer mit blühenden Frühlingswiesen, schneebedeckter Winterwelt und orangeroten Herbstwäldern. Ich beobachte kurze Momente der Heuernte, des Feste Feierns und Herumspazierens. Aus den vorbeiziehenden Jahrzehnten werden Jahrhunderte und Jahrtausende. Nach einer kleinen Ewigkeit, in der mich der unsichtbare Griff immer weiter in der Zeit zurück reißt, werde ich plötzlich langsamer und schließlich hält die Hand mich an. Ich schwebe hoch über den Alpen und Wolken, sehe bis zur Nordsee links von mir und erahne die Adria rechts von mir. Unter mir die Welt wild und waldig.

    Hoch über mir, tief im Himmel, knistert es kurz. Dann ruft eine weiche, unsichtbare Stimme von weit oben auf mich herab: „Hab einen schönen Tag, Tochter. Schau hinab und sieh, wie unsere Welt dreitausend Jahre vor euch war. In eurem Land leben seit sieben Tausend Jahren die Ahninnen, die naturgemäß heilten und gebaren.“ Ich blicke nach unten und sehe weit entfernt zwei Ureinwohnerinnen über ein buntes Feld spazieren. Mein Blick zoomt ein, schärft sich, und ich bemerke, wie sie Kräuter pflücken, Tiere beobachten, sich Pflanzen zeigen und dabei quatschen.

    Dann geht ein Ruck durch mich durch. Die Hand in meinem Nacken hat mich los gelassen und ich sinke in Richtung Erde zurück. Mit jedem Stück, das ich tiefer gleite, wird die Zeit auf der Welt wieder rasend schnell vor gespult. Die himmlisch weiche Stimme über mir erzählt weiter: „Zweieinhalb Tausend Jahre vor euch streifen die Töchter der Urmütter des Landes durch das bald Salzburger, Wiener oder Grazer Land, sammeln wie ihre Mütter Kräuter, Rinden und Wurzeln, um die Erkältung des Kindes zu lindern, die Geburt der Nachbarin vorzubereiten oder der Fruchtbarkeitsgöttin für die diesjährige Ernte zu danken. Bald nennt sich Grund und Boden ‚Noricum‘, zunächst ein keltisches Reich, das später römisch wurde“. Die Welt unter mir pulsiert in den schnell wechselnden Jahreszeiten, Häuser und Dörfer entstehen, wachsen und verfallen schließlich wieder. Immer wieder bemerke ich Frauen, wie sie durch die Natur streifen und nach Lebensmitteln und Heilpflanzen suchen.

    „Währenddessen wächst südlich von hier, im frühen Rom, eine brutale Macht heran. Die Römer nehmen Länder ein, stehlen Frauen und versklaven Menschen. Sie beginnen an einem neuen Reich zu arbeiten, sie treiben Steuern und Krieger ein und schreiben an einem tausend Jahre währendem Recht, das weite Teile der Gesellschaft unterdrückt.“ In der Ferne erkenne ich, über viele pulsierende Jahre hinweg, Römer näher kommen. Beobachte blutige Kämpfe, neue Gebäude und Städte beim Wachsen, und eine neue, römische Normalität. Die Kleidung der Menschen verändert sich, aber die jüngeren Heilerinnen sammeln weiter in den Wiesen und Wäldern. Nur müssen sie sich nun hin und wieder mit verwirrten und gewalttätigen Männern herumschlagen, die sich im zumindest römischem Recht wissen – Frauen und Versklavte sind zur Zeit nur Eigentum, ein Ding im Besitz eines Familienvaters.“ Etwas schwindelig und erstaunt bin ich Zeugin einer Römischen Kolonisierung über die Kelten. Ich beobachte, wie unsere Vorfahrinnen, Generation für Generation, an Freiheiten einbüßen mussten. Nach vielen weiteren pulsierenden Jahrzehnten tauchen die ersten Kirchen, dann Klöster auf. Die Frauen huschen immer noch wissend durch die Länder, heilen Kranke, heißen Kinder in der Welt willkommen und lehren ihren Töchtern. Sie verstecken ihr Wissen und ihre Kraft jedoch mehr und mehr, während die Alten hinter ihren Kreuzen den Teufel in allem vermuten, das sie sich in ihren verklärten Männergehirnen nicht erklären können. Mit jedem Jahrzehnt sinke ich langsam tiefer zur Erde, sehe die Länder näher kommen. Im Himmel knistert es wieder, dann spricht es wieder auf mich herab: „Ein halbes Jahrhundert vor eurer Zeit tut es nochmal richtig weh, sorry dafür. Es gab halt ein paar Problemchen zu viel … Da gab es mal eine schlechte Ernte, dann eine Pandemie oder so, einen reformierenden Pfaffen und irgendjemand muss ja Schuld haben für diese Teufelszeit. Ja, und diese freiheitsliebenden Frauen waren einigen mächtigen und dicken Männern eh ein Dorn im Auge. Zitat: ‚Niemand schadet dem katholischen Glauben mehr als die Hebamme.‘ Inzwischen nennen sie das Land unter uns auch königliches Österreich.“ Und so muss ich zusehen, wie die Frauen, die vor Jahren noch geheilt und gewusst haben, verschleppt und auf Scheiterhaufen verbrannt werden. Ich blicke über das Land, in alle Richtungen des Horizonts, und sehe mehr und mehr Feuer lodern. Nach einigen Generationen verbrannter Töchter, in Rauch aufgegangenem Heilwissen und in Gestank aufgestiegenem Kulturmord sind die Dörfer und Städte leergefegt von weiblicher Gesundheitsfürsorge. Die letzten Mordfeuer sind erloschen, aber im Inneren der überlebenden Frauen brennt die Angst um ihr Leben und die Wut um den Tod der Mütter. Kranke gehen inzwischen entweder beichten, beten oder zu Ärzten, die unter den wachsamen Augen der Kirche heilen oder auch schaden.

    Ich gleite immer tiefer und schneller durch die Luft, die Schwerkraft drängt und das Pulsieren des Landes unter mir beschleunigt sich. Wieder höre ich die unsichtbare Stimme über mir: „Das waren einige schlimme Jahrhunderte. Gleich fliegst du noch über eine aufklärerische Zeit voller Blüte, Abenteuer und Gewalt. Die meisten Schwestern dieser Generationen haben gelernt, sich bedeckt zu halten. Sie sind vor dem Gesetz immer noch mehr Eigentum als gleichwertiger Mensch. Das Erbe der frauenfeindlichen Römer und Kirchenmänner lebt noch lange Zeit weiter.“ Während die Stimme spricht, falle ich immer schneller nach unten. Ich breite meine Arme aus und gleite über die inzwischen so schnell pulsierenden Jahre, dass aus Menschen, Kutschen und Unwettern nur noch graubraune Schlieren werden.

    Wälder und Wiesen verschwimmen zu blinkenden Farben, dann knistert es noch einmal über mir: „Bald wirst du wieder in deiner Zeit einschlagen. Unter dir fliegen gerade noch einige letzte Jahrzehnte vorbei. Es sind einige intensive Jahrzehnte, in allen Belangen. In dieser Zeit haben eure Mütter und Großmütter auch schon einiges auf den antipatriarchalen Weg gebracht. Sie haben sich wieder an Krankenbetten gestellt und ein Leuchtfeuer für Gleichberechtigung und Mitmenschlichkeit entzündet. Wenn du wieder zu dir kommst, dann steh auf und tu genau das, was deine Ahninnen vor Verfolgung und Kolonialisierung auch getan haben – sei dir deiner weiblichen Kraft bewusst und heile die klaffenden Wunden der Zeit. Und auch wenn es euch einige Schweiß- und Speicheltropfen kostet: Ihr seid auf dem richtigen, auf einem heilsamen Weg. Eure Urgroßmütter sind jetzt schon stolz auf euch und werden euch am Ende dieser Reise und am Anfang einer neuen, weiblichen Epoche von Herzen danken und gratulieren. Die Landung wird ein bisschen weh tun, aber das tut es ja jetzt auch schon. Dein dröhnender Kopf wird auf dem Tisch neben der Pillenverpackung aufschlagen. Leider hat die Schmerztablette nicht gewirkt, sie wurde nämlich nur an Männern getestet, und unterschiedliche Dosierungsempfehlungen für Frauen gibt es nicht. Daten dazu leider auch nicht. Also mach es gut, Tochter. Liebe Grüße auch an die anderen!“

    Die Welt unter mir rast näher, meine Augen sehen die Farben eines Schlaganfalls und mit einem heftigen Krachen blitzt und scheppert Himmel und Erde mit mir zusammen. Es ist plötzlich dunkel und still. Mein Herz hämmert laut gegen meine Brust.

    Verfasst von: Regina

    Bild Copyright: NASA/JPL-Caltech (Public Domain, PIA03417) | Bearbeitung: D.Regina

    Quellen:

    https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/highlights-unserer-forschung/geschlechtsspezifische-forschung-auf-der-suche-nach-der-besten-medizin

    https://www.derstandard.de/story/3000000281748/archaeologin-es-waren-die-ersten-sesshaften-menschen-in-oesterreich

    https://www.worldhistory.org/trans/de/2-659/die-rolle-und-der-status-von-frauen-in-der-romisch

    https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/imports/stadtgeschichte/festrede_zum_frauentag_2012_00357906.pdf

  • How-To Zyklusgesundheit

    How-To Zyklusgesundheit

    Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Er soll dir helfen, Beschwerden einzuordnen und gut vorbereitet ins Gespräch zu gehen.

    So liest du die Zeichen:
    ⏺ gut belegt (Leitlinien, große Studien)
    ◐ erste Hinweise (mehrere Studien, offene Fragen)
    ○ kaum erforscht (wenige, kleine Studien)
    Dass so vieles ◐ oder ○ ist, gehört zur Geschichte des Gender Health Gap.

    Regelschmerzen sind normal? Nicht unbedingt. In Österreich haben zwei Drittel der befragten Frauen jeden Monat mittelstarke bis sehr starke Schmerzen. Bis zur Diagnose Endometriose vergehen im Schnitt sieben Jahre.¹ Dein Zyklus sagt viel über deine Gesundheit aus, körperlich und psychisch. Diese Anleitung richtet sich an alle Menschen, die menstruieren.

    Schritt 1: Beobachten

    Führe mindestens zwei bis drei Zyklen lang ein Tagebuch. Notiere täglich:

    • Blutung: Tag, Stärke, wie oft du Binde, Tampon, Periodenunterwäsche oder Tasse wechseln musst
    • Schmerzen: Wo, wie stark (Skala 0–10), was hilft
    • Stimmung, Energie, Schlaf, Konzentration
    • Medikamente

    Warum zwei Zyklen? Für eine gesicherte Diagnose der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) braucht es tägliche Aufzeichnungen über mindestens zwei Zyklen.² Dein Tagebuch ist also ein echtes Werkzeug für die Diagnose. ⏺

    Schritt 2: Einordnen – Wann du ärztliche Abklärung brauchst

    • Schmerzen, die trotz Schmerzmittel nicht besser werden
    • Du fällst wegen der Periode in Schule, Arbeit oder Alltag aus
    • Sehr starke Blutung, Erschöpfung, Schwindel
    • Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden
    • Schmerzen beim Sex, beim Stuhlgang oder Wasserlassen
    • Stimmungstiefs vor der Periode, die dich stark einschränken

    Schritt 3: Handeln

    Nimm dein Tagebuch zum Arzttermin mit. Sag klar: „Ich möchte, dass Endometriose, PCOS oder PMDS abgeklärt werden.“ Wirst du nicht ernst genommen, hole eine Zweitmeinung ein. Beratung ohne ärztliche Überweisung bieten auch die Frauengesundheitszentren.³

    Was hinter Beschwerden stecken kann

    PMS und PMDS ⏺ Viele Menstruierende kennen Beschwerden vor der Periode. Bei einem kleinen Teil sind die psychischen Symptome so stark, dass man von PMDS spricht. Wie viele betroffen sind, hängt stark von der Messmethode ab: Häufig werden 3 bis 8 Prozent genannt.⁴ Eine Meta-Analyse von 2024 kam mit streng geprüften Diagnosen auf 1,6 Prozent, mit vorläufigen Diagnosen auf deutlich mehr.² Seit 2013 zählt PMDS im US-Diagnosehandbuch DSM-5 zu den depressiven Störungen.⁵ Typisch: Die Beschwerden klingen kurz nach Beginn der Blutung ab. PMDS kann auch trans und nicht-binäre Personen betreffen.⁴

    Endometriose ⏺ Gewebe ähnlich der Gebärmutterschleimhaut wächst außerhalb der Gebärmutter. Die WHO schätzt, dass rund 10 Prozent der Frauen und Mädchen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind, weltweit etwa 190 Millionen.⁶ In Österreich ist es mindestens jede Fünfzehnte.¹ Heilbar ist Endometriose bisher nicht, behandelbar schon.⁶

    PCOS ⏺ Das polyzystische Ovarialsyndrom ist eine der häufigsten Hormonstörungen: unregelmäßige Zyklen, erhöhte männliche Hormone, oft Akne oder vermehrter Haarwuchs. Laut WHO sind 8 bis 13 Prozent der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen, bis zu 70 Prozent ohne Diagnose.⁷ Wie hoch die Zahl ausfällt, hängt auch von den Diagnosekriterien ab.⁸

    ADHS ◐ Frauen mit ADHS scheinen häufiger von PMDS betroffen zu sein. In einer britischen Online-Befragung erfüllten 31 Prozent der Frauen mit ADHS-Diagnose die vorläufigen PMDS-Kriterien, gegenüber knapp 10 Prozent ohne ADHS.⁹ Eine niederländische Studie fand bei 45 Prozent Hinweise auf PMDS, allerdings ohne Vergleichsgruppe.¹⁰ Beide Studien erfassen Verdachtsfälle, keine gesicherten Diagnosen. Solche Werte fallen erfahrungsgemäß höher aus.²

    Autismus ○ Hier ist die Forschung besonders dünn, und die Ergebnisse widersprechen sich. Eine kleine Studie fand bei 24 von 26 autistischen Frauen mit Lernbehinderung PMDS-ähnliche Beschwerden.¹¹ Eine neuere Studie mit 70 Personen fand dagegen keinen deutlichen Unterschied, aber stärkere Wechseljahresbeschwerden bei autistischen Frauen.¹² Die Autor*innen führen die dünne Datenlage darauf zurück, dass Autismus lange als überwiegend männliche Diagnose galt.¹²

    Depressionen ◐ Hormonelle Umbrüche können die Stimmung stark beeinflussen: Vor der Periode, nach einer Geburt, in den Wechseljahren. In Österreich erleben knapp 30 Prozent die Veränderungen der Wechseljahre als psychische Belastung.¹ Wichtig: Eine bestehende Depression kann sich vor der Periode verschlimmern. Das ist etwas anderes als PMDS und wird anders behandelt.⁴ Eine dänische Registerstudie fand zudem einen Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und späteren Depressionsdiagnosen, besonders bei Jugendlichen. Ein Beweis für Ursache und Wirkung ist das nicht.¹³ Wenn du Stimmungsveränderungen bemerkst, sprich sie an. Setz ein Verhütungsmittel aber nicht ohne Rücksprache ab.¹⁴

    Ernährung ◐ Die meisten Ernährungstipps rund um den Zyklus sind kaum belegt. Trotzdem kann es helfen, auszuprobieren, was dir guttut. Am besten untersucht ist Kalzium bei PMS: Wertet man die bisherigen Studien gemeinsam aus, scheint es die Beschwerden etwas zu lindern, auch wenn nicht jede einzelne Studie einen Effekt findet.¹⁵ Für Vitamin B6, Nachtkerzenöl und viele Kräuterpräparate ist die Studienlage widersprüchlich.¹⁶ Nahrungsergänzungsmittel besprichst du am besten vorher mit deiner Ärzt*in oder in der Apotheke. Und sei skeptisch, wenn eine Ernährungsform Heilung verspricht.

    Zyklus-Apps: Worauf achten?

    Zyklusdaten sind hochsensible Gesundheitsdaten. Die US-Handelsbehörde FTC warf der App Flo vor, Gesundheitsdaten an Facebook, Google und andere weitergegeben zu haben, obwohl sie Vertraulichkeit versprochen hatte. 2021 einigte sich Flo mit der Behörde auf strengere Auflagen.¹⁷ Beim Test von VKI und Stiftung Warentest 2023 hatten alle 18 geprüften Apps Mängel beim Datenschutz. Nur fünf berechneten die fruchtbaren Tage zuverlässig.¹⁸

    Datensparsame Apps (Auswahl laut netzpolitik.org, 2025)¹⁹

    • drip – Open Source, von feministischen Programmiererinnen aus Berlin. Daten bleiben auf dem Handy, keine Anmeldung, keine Werbung. Unterstützt die symptothermale Methode. Einschränkungen: Laut Kommentaren unter dem Artikel (Stand September 2025) nur auf Englisch, im VKI-Test 2023 „wenig zufriedenstellend“.¹⁸
    • Euki – von einer gemeinnützigen Organisation für reproduktive Rechte. Daten lokal, PIN-Schutz, Infos zu Verhütung. Keine Temperaturmessung.
    • Periodical – Open Source, nur Android, einfache Kalendermethode.

    Und Flo, Clue & Co.? Du musst deine App nicht sofort löschen, aber du solltest wissen, was mit deinen Daten passiert. Unser Tipp für jede App: Datenschutz-Einstellungen prüfen, Weitergabe für Forschung und Analyse abwählen und nur eintragen, was du wirklich brauchst.

    Wichtig: Eine App, die nur Tage zählt, ist kein Verhütungsmittel. Wer per App verhüten will, braucht die symptothermale Methode (Temperatur und Zervixschleim) und eine gute Einschulung.¹⁸

    Verfasst von: Marlene

    Quellen

    1. Sozialministerium: Menstruationsgesundheitsbericht 2024 – Ergebnisse · Bericht (PDF)
    2. Reilly et al. (2024): The prevalence of premenstrual dysphoric disorder. Systematic review and meta-analysis. J Affect Disord 349
    3. Netzwerk der österreichischen Frauen*gesundheitszentren
    4. StatPearls: Premenstrual Dysphoric Disorder. NCBI Bookshelf
    5. Studie zur PMDS-Prävalenz (2025), Einleitung zur DSM-5-Einordnung. BJOG
    6. WHO: Endometriosis – Fact sheet
    7. WHO: Polycystic ovary syndrome – Fact sheet · Einordnung: ACP Internist 2024
    8. March et al. (2010): The prevalence of PCOS in a community sample assessed under contrasting diagnostic criteria. Hum Reprod 25(2)
    9. Increased risk of provisional PMDD among females with ADHD. University of Edinburgh / King’s College London
    10. Dorani et al. (2021): Prevalence of hormone-related mood disorder symptoms in women with ADHD. J Psychiatr Res 133
    11. Obaydi & Puri (2008): Prevalence of premenstrual syndrome in autism. J Int Med Res 36(2)
    12. Groenman et al. (2022): Menstruation and menopause in autistic adults. Autism 26(6)
    13. Skovlund et al. (2016): Association of hormonal contraception with depression. JAMA Psychiatry 73(11)
    14. Science Media Centre: Expert*innen-Einordnung der dänischen Studie
    15. Beneficial role of calcium in premenstrual syndrome: a systematic review
    16. Bendich (2000): The potential for dietary supplements to reduce PMS symptoms. J Am Coll Nutr 19(1)
    17. FTC (2021): FTC finalizes order with Flo Health
    18. profil (2023): Zyklus-Apps im Test: Mehrheit nicht zuverlässig (Test von VKI und Stiftung Warentest)
    19. netzpolitik.org (2025): Datenschutzfreundliche Perioden-Apps
    20. Mozilla Foundation: Datenschutz-Test Clue

    Alle Links abgerufen am 27.10.2026.