Alle Frauen* sind auf der Straße, der Heldinnenplatz ist voll, Geschäfte sind zu, Gasthäuser sind zu, Betriebe sind zu, Geschirrtücher, Leintücher und Pflegetücher hängen aus den Fenstern. Am Land, in der Stadt, überall und an allen Ecken und Enden sind sie – Frauen*, Mütter, Großmütter, Kolleginnen, Nachbarinnen, Bäuerinnen, Arbeiterinnen, Unternehmerinnen, Freundinnen, Seite an Seite. Ganz Österreich brodelt, es passiert etwas, es herrscht Chaos. Es ist unübersehbar, unüberhörbar, dass sich etwas bei den Frauen* tut, dass es eine Schwesternschaft gibt. Und dass die Politiker*innen und die Gesellschaft so nicht weiter machen können.
Dieses verdichtete Bild des 03.05.2027 aus der ersten Klausur des Aktionsbündnis FRAUEN*Streiken diesen Juli hat bei mir Gänsehaut ausgelöst. Aber wie organisieren wir so einen geschichtsträchtigen Tag? Wie schaffen das wenige - österreichweit und ehrenamtlich? Meine Kollegin hat das so wunderbar auf den Punkt gebracht: „Sie haben ihre Köpfe heiß laufen lassen, Ideen gesammelt, kleine bunte Zettel beschrieben und Pläne mit Händen und Füßen geschmiedet. Sie haben im großen, österreichweiten Rahmen bedacht, was bis zu den Einzelnen in ihren Vierteln und Dörfern durchsickern wird.“ Ja, genau so!
Die viele Arbeit und noch mehr Kraft erahnt man auch, wenn man sich durch die Notizen dieses ersten analogen Treffens blättert:
Ziele definieren. Gemeinsame Bilder entwickeln. Pläne, Zeitplan und Milestones aufstellen. Pressearbeit übernehmen. Verantwortlichkeiten klären. Öffentlichkeitsarbeit planen. Mobilisierung organisieren. Wordings und Begriffe klären. Gesprächsleitfäden erstellen. Kooperationspartner:innen sammeln. Und immer wieder mit der Kernbotschaft abstimmen:
Zeit. Geld. Gerechtigkeit.
Neben der gemeinsamen Reflexion, sich trotzdem nicht zu überfordern, Schritt für Schritt vorzugehen, die Latte nicht zu hoch zu legen und aufeinander zu schauen, steht am Ende des Tages auch ganz klar das Wissen und die tiefe Überzeugung:
Der 03.05.2027 ist nicht der Endpunkt, sondern der Beginn einer echten, großen Bewegung für eine bessere Zukunft.
Text verfasst von: Romi