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  • 6 Wochen weniger Freizeit pro Jahr

    6 Wochen weniger Freizeit pro Jahr

    Laut einer Studie haben Väter täglich durchschnittlich 37 Minuten mehr Freizeit als Mütter. Dieses ungleiche Verhältnis in der Freizeitgestaltung zwischen den Geschlechtern nennt man den Gender-Freizeit-Gap. Frauen, insbesondere Mütter, haben in der Regel viel weniger Zeit für Erholung, Hobbys oder soziale Aktivitäten als Männer.

    Die Zeitverwendungserhebung der Statistik Austria gibt Aufschluss darüber, wie sich bezahlte und unbezahlte Arbeit sowie Freizeit in der Gesellschaft verteilen. Die meiste freie Zeit haben Frauen dann, wenn sie allein in einem Haushalt ohne Kinder leben. Laut den Daten aus dem Jahr 2021/22 betrug die Freizeit rund sechs Stunden und 21 Minuten pro Tag, bei alleinlebenden Männern waren es im Schnitt nur fünf Minuten mehr.

    Ab dem Zeitpunkt, wo Paare (ohne Kinder) zusammen in einem Haushalt leben, geht die Schere weit auseinander: Frauen haben dann im Durchschnitt nur mehr fünf Stunden und 45 Minuten, Männer hingegen sechs Stunden und 37 Minuten Freizeit.

    Kommen Kinder hinzu, sinkt die freie Zeit zwar für beide Elternteile, für Mütter bedeutet der Nachwuchs jedoch einen größeren Einschnitt. Sie haben laut Studie nur mehr vier Stunden und 38 Minuten für sich selbst zur Verfügung, Väter kommen laut der Statistik auf immerhin fünf Stunden und 15 Minuten. Daraus ergibt sich ein tägliches Plus von 37 Minuten mehr Freizeit für Männer.

    Persönliche Anmerkung der Autorin: Ich bin Mama eines dreijährigen Kindes und hatte seit der Geburt nie viereinhalb Stunden Freizeit pro Tag für mich. Ich bin mir sicher, dass es vielen Müttern genauso geht, aber an der Studie haben auch Mütter älterer Kinder teilgenommen. Freie Zeit hatte ich persönlich erst wieder, nachdem ich mich vom Kindesvater getrennt habe und dieser sein Kontaktrecht wahrnimmt. Schön, wieder einmal durchatmen zu können.

    „Auf ein Jahr gerechnet haben Frauen im Schnitt sechs Arbeitswochen weniger Freizeit, wenn man von einer 38,5-Stundenwoche ausgeht“, erklärt Sophie Achleitner, Gleichstellungsexpertin am gewerkschaftsnahen Momentum-Institut. Hinzu kommt laut der Expertin, dass Frauen seltener Zeit allein, also ohne ihren Nachwuchs, verbringen. Väter jedoch, haben täglich etwa zweieinhalb Stunden nur für sich. Bei Müttern ist es mit einer Stunde und 49 Minuten um ein Viertel weniger.

    „Die Verteilung von Freizeit und unbezahlter Arbeit steht in einem direkten Zusammenhang“, sagt Expertin Achleitner. „Weil Frauen den Großteil der Tätigkeiten im Haushalt sowie Betreuungspflichten für Kinder oder Angehörige übernehmen, haben sie weniger freie Zeit für sich selbst zur Verfügung“. Und daran habe sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig geändert.

    Während in den 1980er-Jahren Männer in Österreich etwa eineinhalb Stunden unbezahlte Haushalts- und Sorgearbeit pro Tag leisteten, stieg die dafür aufgewandte Zeit in den 1990er-Jahren auf knapp zwei Stunden an. Laut der aktuellen Zeitverwendungsstudie waren es im Erhebungszeitraum 2021/22 im Schnitt zwei Stunden und sechs Minuten, im Gegensatz dazu wenden weibliche Befragte täglich drei Stunden 36 Minuten (eineinhalb Stunden mehr!) für unbezahlte Sorgearbeit auf. Das heißt, wir haben hier seit 30 Jahren einen Stillstand!

    Verfasst von: Johanna

  • Buchempfehlungen

    Buchempfehlungen

    Wer kennt es nicht: alle brauchen etwas – und am Ende bleibt wenig Zeit für sich selbst. Diese Bücher beschäftigen sich mit Care-Arbeit, Feminismus und dem Wunsch nach gerechter Verteilung, nach einem anderen Miteinander. Ob dir das Kaufen, Ausborgen oder Tauschen, die Papierform oder die Online-Version zusagt – schöne Lesezeit!

    Es gibt immer noch viel zu viel Ungerechtigkeit und strukturelle Hürden im Leben weiblicher* Personen sowie (Partner-) Gewalt gegen Frauen* in unserer Welt! Maria Rösslhumer und Eva Surma stoßen mit kraftvollen Aussagen, Fakten und lyrischen Texten in ihrem Sachbuch “Wenn Frauen zu sehr schuften. Vom Wunsch, die Welt zu retten.” zum Nachdenken an. Die beiden feministisch aktiven Frauen hatten gleichzeitig ein herausforderndes Jahr durchlebt und beschließen, ein Buch über die Ungleichheiten zwischen Männern* und Frauen* zu verfassen. Sie geben Einblick in ihr feministisches Wirken, erzählen starke persönliche Geschichten, diskutieren die Rolle von (unbezahlter) Arbeit im Leben von Frauen, Gewalt und inspirieren. 

    “Und alle so still” von Mareike Fallwickl – ein Roman. Was geschieht, wenn das System um Care-Arbeit nicht mehr funktioniert, wenn Frauen – die immer noch den Großteil davon leisten – aufhören sich zu kümmern? Wenn Menschen, die die Gesellschaft aufrechterhalten, einfach nicht mehr wollen oder können?  

    7 verschiedene Frauen, 7 verschiedene Perspektiven, 7 Essays – ob Mutterschaft, Christentum, Islam, Queerness, ob Patriarchat, Streit, Politik oder Alltag: alle Themen verbindet eines und zwar der Feminismus. Mit den gemeinsamen Zielen des intersektionalen Feminismus und Gleichberechtigung bietet das Buch “Heute ist ein guter Tag, das Patriarchat abzuschaffen”, herausgegeben von Bettina Schulte, Diversität und schafft Bewusstsein. 

    Der 24. Oktober 1975 bewegte in Island so einiges. In “Der Tag als die Frauen streikten” erzählt Linda Ólafsdóttir von den Frauen*, die an dem Tag ihre Arbeit niederlegten und den Auswirkungen davon. Ob für jemanden mit wenig Zeit zu Lesen, zum gemeinsamen Lesen mit Kindern oder Enkelkindern oder als eindrucksvoll aufbereitete Erzählung des Frauenstreiks in Island, das Sachbilderbuch wird ab 6 Jahren empfohlen. Es erhielt 2025 den deutschen Jugendliteraturpreis und zeigt, was Frauen* gemeinsam bewirken und erreichen können. 

    Verfasst von: Hannah

  • Die Hitze der Ungleichheit

    Die Hitze der Ungleichheit

    Keine:r kommt um das Thema Klimawandel herum, wenn ein Sommer wie heuer am laufenden Band Hitzerekorde bricht und mensch mit summendem Ventilator mehr dahinvegetiert als lebt.

    Aber trifft die Klimakrise alle Menschen gleich?

    Die Antwort ist klar: Absolut nicht. Besonders betroffen sind die ärmsten Menschen und Länder der Welt – und diese Ungleichheit hat auch eine Geschlechterdimension. Frauen sind weltweit überproportional von Armut und damit auch von den Folgen des Klimawandels betroffen.

    Aber das ist noch nicht alles: Frauen* trifft es sogar doppelt. Sie haben aufgrund diskriminierender Strukturen auch weniger Möglichkeiten, sich an Umweltveränderungen anzupassen. Denn Anpassung hängt von Faktoren wie Wohlstand, Bildung, technologischen Möglichkeiten und dem Zugang zu Informationen ab – Ressourcen, bei denen Frauen durchwegs schlechter aussteigen. [1]

    Diese eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten wiegen besonders schwer, weil Frauen weltweit zentrale Aufgaben für die Versorgung ihrer Gemeinschaften übernehmen. Das zeigt sich besonders in vielen Regionen des Globalen Südens, wo der Klimawandel am härtesten zuschlägt: Frauen leisten dort einen wesentlichen Beitrag zu Landwirtschaft und Ernährungssicherung, besitzen aber deutlich seltener Landrechte, Eigentum und Zugang zu Produktionsmitteln. Gleichzeitig tragen Frauen weltweit den Großteil der un(ter)bezahlten Sorge- und Care-Arbeit und sind in sozialen und politischen Entscheidungsprozessen – einschließlich der globalen Klimapolitik – strukturell unterrepräsentiert. [2]

    Die Klimakrise ist kein geschlechtsneutrales Problem. Sie trifft Frauen aufgrund bestehender Machtverhältnisse besonders hart und verschärft soziale und geschlechtsspezifische Ungleichheiten – und genau deshalb sind feministische Perspektiven, feministische Beteiligung und feministische Lösungen eigentlich besonders wichtig. Oder, wie Mary Robinson, ehemalige Präsidentin Irlands und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, es formuliert:

    „Climate Change Is a ‘Man-Made’ Problem and Must Have a Feminist Solution.“

    Auch wenn FRAUEN*Streiken in Österreich stattfindet, ist doch jeder feministische Streik – so sehe ich es – auch immer ein Streik für ALLE Frauen*. Am 03.05.2027 streike ich daher gegen all die himmelschreienden Ungerechtigkeiten, mit denen wir Frauen* auf globaler Ebene leben müssen, die wir – wie jetzt im Klimawandel – auch überleben müssen.

    Und wofür kämpfst du?

    Text verfasst von: Romi

    Quelle:
    [1] Caglar, Gülay; Castro Varela, Maria do Mar; Schwenken, Helen: Geschlecht – Macht – Klima: Feministische Perspektiven auf Klima, gesellschaftliche Naturverhältnisse und Gerechtigkeit. Opladen, Berlin, Toronto: 2012, S. 80f.
    [2] Ebda. S. 119.


  • How To | Mobilisierung im Freund*innenkreis

    How To | Mobilisierung im Freund*innenkreis

  • Empfehlungen zur Strand- oder Daheimlektüre

    Empfehlungen zur Strand- oder Daheimlektüre

  • Es ist heiß und ich bin es auch

    Es ist heiß und ich bin es auch

    Unsere Körper schwitzen, wir haben heute beinahe genug getrunken, unsere Organe arbeiten Sonderschichten und unser Kopf kommt nicht hinterher. Ich bin heiß, die perverse Orgie draußen auf den Straßen macht mich an.

    Um das kurz klarzustellen: Als Frau* und als Mensch bin ich natürlich ein körperliches, sexuelles Lebewesen. Das zeigt sich nicht an kurzen Sommerröcken oder anderen Oberflächlichkeiten, sondern an ganz einfacher Lust. 

    Ich spreche nicht von der Hitze in meinem Schritt, sondern von der Hitze in meinem Kopf. Unsere Körper sind nicht heiß, weil das Leben gerade so sexy ist, sondern weil der Sommer und der Klimawandel unsere Köpfe ficken.

    Der alltägliche Stress mit Familie, Arbeit und System rauscht immer gleichbleibend und viel zu schnell durch unsere Gemüter und irgendwo bleibt der kühle Kopf dann auf der Strecke. Erwiesenermaßen: Hitzestress verringert die emotionale Schwelle und Reize führen schneller zur Überreizung. Aggressivität, Gewalttaten, Depressionen und Suizide nehmen bei Hitze zu.

    Wenn ich ein Mann wäre, wäre ich als Junge erzogen worden, der wütend sein durfte (auf gar keinen Fall traurig, denn weinen tun nur Mädchen, oder?). Aber ich wurde als Mädchen erzogen, das bereits in seinen ersten Lebensjahren lernt, nachzugeben, still zu sein und unfaire oder schlimme Dinge hinunterzuschlucken.

    Und jetzt wäre ich gerne so sauer, dass ich gemeine Männer und Systeme anschreien könnte, aber stattdessen bin ich einfach nur sau heiß. In mir brodelt es, die Hitze schreibt Pickel auf meine Stirn – ich schaue in den Spiegel und sehe da fett stehen: „SCHEISSE”.

    In Wahrheit sitze ich hier, zwar mit wütend gekräuselten Augenbrauen, aber ich würde jeder und jedem gut geübt ins Gesicht lächeln. Selbst wenn die Person mir blöd kommen würde, würde ich freundlich bleiben, vielleicht verhandeln, im schlimmsten Fall schnell weggehen und Herzklopfen haben.

    Ich weiß, dass ich damit einer der Menschen bin, die der systematischen Ungerechtigkeit den Platz lässt, den sie sich seit viel zu langen Jahren breitbeinig und unberechtigt erlaubt. Vor einigen Jahrhunderten wurden Frauen*, die Widerworte und Stärke besaßen, gejagt.

    Diejenigen, die nicht in den Feuern der Kirchenmänner brannten, lernten, nicht aufzufallen, ihre weibliche Würde nicht zu zeigen und ihren Kindern Furcht statt Wut weiterzugeben.

    All das und noch einige andere Dinge haben uns heute so gemacht, wie wir sind. Ja, toll – und jetzt brennt eines dieser vielen alten Feuer in mir und ich bin (leise) echt sauer.

    Wie verdammt „aufgeklärt“ sind wir nach all dem eigentlich? Wir schwirren in unserer modernen, gefühlt allwissenden Zeit herum und merken nicht, wie heiß und faulig die alte Luft um uns herum ist.

    Neben der stumm schlummernden Wut über Ungerechtigkeiten spüre ich aber gleichzeitig das weiche Kitzeln einer leisen Stimme in mir. Sie denkt an die vielen Möglichkeiten und Aktionen, die sich durch die hier entstehende Frauen*gemeinschaft entwickeln können.

    Die Stimme malt dazu Bilder: Menschen, die sich in einem Park, einer Kneipe oder einer Aula treffen, um ihre Themen und Hemmungen zu bearbeiten. Vielleicht passiert es während einer Party, vielleicht wird es ganz klein im Garten einer Mitstreiterin sein. Egal wo, es beginnt immer mit ein oder zwei oder drei Frauen*, die einen Ball ins Rollen bringen. Monat für Monat können kleine und größere Treffen und Aufreger stattfinden und sich bis ins nächste Frühjahr weiter schaukeln.

    Wir dürfen nur nicht darauf warten, dass es von selbst passiert – jede* ist gefragt, ihren Teil, ihre Ideen und ihre Wünsche beizutragen und fließen zu lassen. Wann schnappst du dir eine Freundin, Nachbarin oder Kollegin und übst mit ihr weibliche Wut oder organisierst ein kleines Picknick? Oder ihr sprecht einfach mal laut über Strukturprobleme, Frauenhass, Hass gegen Menschen im Allgemeinen und über neue Wege (denn Worte haben Macht!).

    Und weil es draußen nun wirklich heiß ist und unsere Körper sich schwer tun: Damit unsere Köpfe und Emotionen an heißen Tagen nicht unkontrolliert überkochen, hier noch einmal die alten mütterlichen Tipps:

    Trink Wasser. Geh in den Schatten. Hast du einen Hut dabei? Kühl dich ab! Geh streiken! Denk an Systemwandel! Sei Feministin*

    Quelle: Hitzestress

    Text verfasst von: Regina

  • Ein Land steht still

    Ein Land steht still

  • Sommer, Sonne, Urlaubsfeeling – oder doch eher Partnerschaft, Betäubung und Vergewaltigung?

    Sommer, Sonne, Urlaubsfeeling – oder doch eher Partnerschaft, Betäubung und Vergewaltigung?